Wir haben – 14 Artikel für meisterschnack # gefunden.

Meisterschnack #7 Michael Stoll

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„Fühlen ist ganz wichtig“, sagt Michael Stoll von der Rhein-Zeitung.

In seinem Büro steht eine E-Gitarre, an den Wänden hängen Rockstar-Fotos, auf seiner Brust prangt Jimi Hendrix auf: Michael Stoll ist nicht nur der Wilde unter den Regio-Chefs. Er ist auch der, der gefühlt schon in jeder Lokalredaktion der Rheinzeitung mal Leiter war. In meiner Zeit bei der Westerwälder Zeitung fuhr er mich tapfer auch zu später Stunde durch die Gegend. Im Meisterschnack erklärt er, warum er sich so gerne von Lesern beschimpfen lässt und wer Oma Puhvogel ist. Zugegebenen – ein sperriges Gespräch. Aber wie es sich für einen guten Kerl mit ein bisschen Rock’n’Roll-Attitüde gehört, erlaubt Stoll sich eine Extrawurst: Er ist der Erste, dessen Meisterschnack ich authorisieren lassen muss. Bittschön. Weiterlesen →

Meisterschnack #6 Lars Reckermann

P1180203Nur fürs Protokoll: Lars Reckermann weist vorab darauf hin, dass er die 10 Fragen extra noch nicht angeschaut habe. Ganz spontan erklärt er also, wie er seinen ersten Text über Christstollen schrieb und warum er die älteren Kollegen gerne fossile Wissensträger nennt. Außerdem findet er, dass Neugierde ein Schulfach sein sollte, dass man über die Provinz nicht provinziell berichten muss und er ist sich sicher: Der kleine Sören wird uns eines Tages wischen.

1. Herr Reckermann, warum Sind Sie Lokaljournalist geworden?
Ich wollte mal Rechtsanwalt werden. Ich war aber total schlecht in der Schule, habe das zweit schlechteste Abitur gebaut. Dann habe ich bei der Berufsberatung gefragt: Was kann ich denn machen? Dann fragte der: Worin sind Sie denn gut? Und ich sagte: Aufsätze schreibe ich gerne. Und dann sagte er: Versuchen Sie es doch mal mit dem Journalismus. Dann bin ich in Unna zur Lokalredaktion gegangen und habe gefragt, ob ich mitmachen darf. Dann sollte ich eine Geschichte machen über den Christstollen. Ich habe 270 Zeilen geschrieben, veröffentlicht wurden 27. Ich dachte mir, da muss ich nicht mehr hinkommen. Aber dann sagte mir mein erster Chefredateur damals: Journalismus ist ein Handwerk. Das lernt man. Wie ne Mauer hochziehen. Weiterlesen →

Meisterschnack #5 mit Hannah Suppa

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Sie mag Kartoffelfeste, ich Kaninchenzüchter: Hannah Suppa ist heute Vize-Chefredakteurin

In der Rubrik Meisterschnack veröffentliche ich meine Gespräche mit den Chefinnen der Lokalredaktionen, in denen ich gerade arbeite. Ich stelle allen die gleichen zehn Fragen und bin gespannt, welche Geheimnisse der Zunft sie mir verraten. Dieses Mal: Meine ehemalige Kollegin Hannah Suppa, mit der ich früher bei ZiSH und beim Burgdorf Anzeiger gearbeitet habe und die heute  Vize-Chefin des HAZ ist. Sie erzählt, warum sie das Otzer Kartoffelfest und den dazugehörigen Schälwettbwerb so liebt und warum man einen Heijopei immer ausreden lassen sollte
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Meisterschnack #4 Peter Noßek

Peter an dem Beachclub, für den er nebenei noch eine Petition organsiert

Peter an dem Beachclub, für den er nebenei noch eine Petition organsiert

Zehn Fragen, zehn Anworten. Und keine Ausnahmen für Verrückte. Naja, fast: Im Meisterschnack erzählt Peter Noßek, Herausgeber des Harburger Blattes, warum er mal vier leere Seiten in der Zeitung druckte und wie die Leser ihn dafür abstraften. Außerdem verrät er, warum man so sehr für Lokaljournalismus brennen muss, dass man sich dafür auch das Wasser abstellen lassen muss.
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Meisterschnack #3 Birgit Müller

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Birgit Müller, Chefredakteurin Hinz&Kunzt

Bevor sie Chefredakteurin des Straßenmagazins Hinz&Kunzt wurde, war sie Lokaljournalistin beim Hamburger Abendblatt, Schwerpunkt: Soziales, Hafen und Gewerkschaft. Heute ist sie mit ihrem Blatt mehr denn je ein Hafen für Gestrandete. Im Meisterschnack* erzählt Birgit Müller, warum sie eine Recherchereise nach Rumänien nie vergessen wird und warum man bei klopfenden Herzen kritisch sein muss

1. Warum bist du Lokaljournalistin geworden? Mich hat das immer interessiert: Jedes Thema, jedes Problem, einfach alles lässt sich herunterbrechen auf eine kleine Welt. Die kleine Welt, in der ich lebe. Und dann interessiert mich natürlich, wie meine Nachbarn darüber denken. Im Lokaljournalismus habe ich das Gefühl, ich bin ganz nah dran und kann die Leute kennenlernen. Und vor allem kann ich im Kleinen viel eher etwas verändern als im Großen. Weiterlesen →

Meisterschnack #1 mit Rudi Gegger

In der Rubrik Meisterschnack veröffentliche meine Gespräche mit den Chefs der Lokalredaktionen, in denen ich gerade arbeite. Ich stelle allen die gleichen zehn Fragen und bin gespannt, welche Geheimnisse der Zunft sie mir verraten. Dieses Mal: Wie es dazu kam, dass eine Leserin einen vollgekotzten Briefkasten vorbeibrachte und warum Gockel Maxl sterben musste
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Rudi Gegger, stellvertretender Lokalchef des Pfaffenhofener Kuriers

1. Warum bist du Lokaljournalist geworden?
Das hat sich spontan ergeben. Ich habe mein Leben lang schon immer gern geschrieben. Ich habe als freier Mitarbeiter beim Pfaffenhofener Kurier angefangen und habe mich ganz normal hochgearbeitet. Ich wurde Gemeinderats-Berichterstatter, dann Urlaubsvertretung, dann Volontär und schließlich Redakteur. Da bin ich hängen geblieben, seit mittlerweile 28 Jahren und immer noch mit viel Spaß bei der Sache. Weiterlesen →

Station #10 Wechselbad in Weimar

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Wildwechsel in der Zone: Wie ich in Weimar erlebte, wie mit Minimalmitteln Zeitung gemacht wird. Eine muntere Stadt, eine müde Lokalredaktion. Und lauter seltsame Gestalten: ein Eiermann, ein Elfenforscher, und tatsächlich: Der Leser. Ich lebe in der luxussanierten Wohnung und besuche Menschen, die in Bauwägen hausen. Nebenbei plante ich meine feindliche Übernahme durch die Konkurrenz – und landete schließlich ein Stockwerk tiefer. Weiterlesen →

Station #7 Die ganze Lahrheit

P1180270Wie ich von der Feuerwehr mit Blaulicht nach Oberweier gebracht wurde und versuchte im heiß umkämpften Lahrer Zeitungsmarkt zu bestehen. Außerdem die Highlights der letzten Woche: Die kälteste Nacht draußen, drei Tage auf dem Albstieg und schließlich eine Waldbegehung im Schwarzwald mit dem Gemeinderat, die in einem Jobangebot vom Bürgermeister gipfelte Weiterlesen →

Station #5 Burgdorf: Kleinkaliberkönigin

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Home is where your Heimatzeitung is? Nee…

Heimatzeitung, das Wort ist kuschelig wie ein Flanellhemd. Was bedeutet es? Als ich jetzt meine eigene Heimatzeitung besucht habe, den Burgdorfer Anzeiger, da sprang mich gleich ein neues Lieblingswort im Blatt an: Kleinkaliberkönigin. Die Schützenfestsaison ist gerade rum in Niedersachsen, die Themenlage ist ein bisschen dünn. Aber die neue Kleinkaliberkönigin ist allemal einen Vierspalter wert. Es vergeht kein Kartoffelfest, ohne dass darüber berichtet wird. Alles hier kommt mir bekannt vor, ich weiß ja: Der Samstag heißt hier Sonnabend. Die Dörfer heißen Otze, Uetze, Schwüblingsen und Hülptingsen. Es sind die Orte, durch die ich als Schülerin jedes Wochenende gezuckelt bin, um meine Lokaltermine zu machen. Ich genieße es jetzt dieses Wortwalz-Gefühl der vergangenen Wochen mal abzuschütteln, dass man ständig versucht Lokaljournalismus zu machen ohne sich vor Ort auszukennen. Hier kenne ich mich aus, aber ich merke auch, wie die Zeit mich verändert hat. Weiterlesen →

Station #4 Harburg: Herzblutblatt

Eigentlich. Das ist ein großes Wort. Darin steckt die Kraft Pläne zu ändern. Denn eigentlich wollte ich längst weg sein aus dem Raum Hamburg. Jetzt bin ich doch geblieben. Eigentlich wollte aber auch Peter Noßek in Harburg bloß seine alte Lokalzeitung retten. Jetzt ist er selbst Chefredakteur des „Harburger Blattes“. Das ist ein zwölfseitiges Liebhaberblatt. Eine Schülerzeitung für Erwachsene, wie er sie selber nennt. Und eigentlich macht sie viel zu viel Arbeit, als dass die Leute dahinter sie einfach so nebenbei wuppen könnten. Wie gesagt: eigentlich. Weiterlesen →

Station #3 Hamburg: Wo ist Zuhause?

Eine Lektion in Losigkeit bei einem gemütlichen Abend unter der Brücke

"Unter der Brücke"

Platte machen: Unter dieser Brücke habe ich mit Verkäufern des Straßenmagazin Hinz&Kunzt geschlafen. Foto: Mauricio Bustamante

Auf Reisen gehen heißt Gewohntes zurückzulassen, den Rucksack zu packen und die Siebensachen wie ein Schneckenhaus auf dem Rücken durch die Gegend zu tragen. 20, 30 Gegenstände müssen reichen, ein Taschenmesser, eine Deutschlandkarte, ein Tagebuch. Da erscheint es mir bisweilen irrsinnig, wie viele Dinge, Kleidungsstücke und Besitztümer ich sonst Zuhause anhäufe. Weiterlesen →

Station #1 Pfaffenhofen

„Jetzt haben wir gleich zwei Mal die Schweinemast drin!“, ruft Lokalchef Robert und in diesem Moment weiß ich: Ich bin angekommen mitten im Lokaljournalismus. Mein erster Krauter, mein erster Arbeitgeber auf der Wortwalz, ist der Pfaffenhofener Kurier. Genau an der Grenze meines Bannkreises um München herum habe ich hier in der Redaktion Halt gemacht. Keiner war vorgewarnt, keiner kannte mich. Es war die Probe aufs Exempel, ob die Wortwalz-Idee auch so funktioniert. Die Redaktion liegt mitten am Hauptplatz der kleinen Stadt mit rund 24.000 Einwohnern. Ich kam gegen Mittag verschwitzt und verloddert die Treppen hochgestapft und sagte, dass ich hier mitarbeiten wolle. Weiterlesen →

Scheinheimisch werden

Wie mein Münchner Ortsschild vom Erdboden verschwand und ich auf einer abstrusen Reise versuchte einheimisch zu werden

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So geht die Reise zu Ende

Es war ein langer Weg nach Hause. Nach meinem letzten Lokalredaktionsstopp in Weimar bin ich einfach weitergereist. Die geplanten drei Monate und ein Tag auf der Wortwalz waren rum, aber die Tippelei ging weiter. Und das bereue ich nicht, denn es gab noch einiges zu lernen. Weiterlesen →

Artikel vergriffen: Zukunft des Lokaljournalismus

Warum es mir schwer fällt, Antworten auf Fragen nach der Zukunft des Lokaljournalismus zu geben. Warum ich gar nicht müde werde von der Walz. Und wie ich nach einem wilden Ritt durch die Republik im Osten landete. Herrjemineee.

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Hier sieht man mich und das Sandmännchen in Erfurt. Selbstdarstellung? Warum ich solche Bilder manchmal zeige, steht da*

Kürzlich war ich zu Gast an der Kölner Journalistenschule. Der Leiter (der übrigens vor Jahren auch mal eine Art Journalistenwalz machen wollte, sich dann aber nicht traute) hatte mich eingeladen, um von der Wortwalz zu erzählen. Die Studierenden dort müssen nämlich als erstes ihrer Pflichtpraktika eine Lokalredaktion besuchen. Offenbar waren von dieser Idee nicht alle der Nachwuchsjournalisten begeistert. Man munkelte den Namen der Märkischen Allgemeinen in Königs Wusterhausen und kicherte. Und so fragte man mich: Ob es in den Lokalredaktionen überhaupt junge Leute gebe?  Ob ich jetzt dauerhaft auf dem Land als Lokalreporterin arbeiten wolle? Und einer fragte: „Ist das nicht einfach bloß Selbstdarstellung, was du machst?“ Weiterlesen →